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Die Partikel

Die Partikeln gehören zu den unfkeltierbaren Hilfswörtern. Sie bilden keine Satzglieder, sondern dienen zum Ausdruck verschiedener Bedeutungsschattierungen eines Satzgliedes oder eines Satzes:

„Haben Sie keinen richtigen Ofen?" — „Nein, nur diesen kleinen Kanonenofen aus einem Flakbunker." (P. Körner-Schrader)
Allein auch hier bediente sie sich ihres Vorteils nur, um sich zu belustigen, um sich einen guten Tag zu machen... (J. W. Goethe)
Hans wußte von dem äußeren Leben nur, was in seine Wohnung drang. (A. Seghers)
„Was hast du nur?" stieß er hervor. (W. Bredel)

Man unterscheidet:

1. verstärkende Partikeln: so, zu, gar, sogar, selbst, doch, schon u. a.;

Die Sonne gab eine gar liebe, kindliche Beleuchtung (H. Heine)
Es ist ein so schönes Gefühl! Und es ist ein so wahrhaft deutsches Gefühl! (H. Heine)
Marie sagte: „Schon gut, wenn du durchaus nicht willst, dann nicht." (A. Seghers)

2. hervorhebende Partikeln: gerade, eben u. a.;

Er aber, gerade er, hat sich nicht verändert. (A. Seghers)
„Schorsch", sagte Paul, als die Tür hinter ihr zu war, ...„Diese Nacht mußt du eben noch hier schlafen." (A. Seghers)

3. elnschränkende Partikeln: nur, erst, bloß, allein, einzig, ausschließlich, noch u. a.;

Ihr Freund Janek hatte ihr erst kürzlich auf dem Tisch mit Kreide die Himmelsrichtungen klargemacht. (A. Seghers)
Hätte er nur jetzt nicht so gefroren. (A. Seghers)
Becker sah Klemms Gesicht im Fahrspiegel. Es war gutmütig und immer noch jung. (A. Seghers)

4. negative Partikeln: nicht, nicht einmal;

Die beiden Jungen wußten nicht, was sie sagen sollten. (W. Bredel)
Und der alte Göbel, der nicht einmal recht weiß, um was es sich hier handelt, sagt wie immer: „Ja, ja, das ist der Schrei der Gerechtigkeit". (P. Körner-Schrader)

5. anknüpfende Partikeln: auch, noch, ebenfalls, gleichfalls u. a.;

Er dachte kalt: Wallau und Füllgrabe und ich kommen durch... Belloni kommt vielleicht auch durch. (A. Seghers)
„Sag, Christine, wie heißt du, Christine?" — „Christine." — „Und wie noch?“ - „Faßler." (J. R. Becher)

6. bestimmende Partikeln: annähernd, etwa, an u. a.;

Es war ein schlichter, an die hundert Jahrealter Bau mit Erdgeschoß und einem Stockwerk. (W. Joho)
Georg erknnnte jetzt etwa zwanzig Meter weg die zwei großen flachen, an den Rändern weißen Steine. (A. Seghers)

7. anregende (auffordernde) Partikel: mal (umgangssprachlich und mundartlich auch man). Sie steht beim Imperativ;

Becker unterbrach ihn mit rauher Stimme: „Machen Sie sich man keine Gedanken um mich, Herr von Klemm." (A. Seghers)
„Also dreh' dich mal um und schlaf'." (W. Bredel)

8. Partikeln, die emotionale und modale Färbung verleihen: denn, doch, ja, mal, nur etwa, nun u. a. Denn und etwa werden in Fragesätzen gebraucht.

Er griff mir ums Handgelenk und schüttelte mich: „Hast du es denn mit deiner Freundschaft nie ernst gemeint?!" (J. R. Becher)
„Mein Gott, schläfst du etwa?" rief seine Frau. (W. Bredel)
„Was hast du nur?“ stieß er hervor. (W. Bredel)
Marie nähte und dachte: „Ich werde dem Hans nichts sagen, weil ich's nun mal versprochen habe.“ (A. Seghers)

Manche Partikeln weisen verschiedene Bedeutungsschattierungen auf und können deshalb zu verschiedenen Gruppen gezählt werden: doch, etwa, mal u.a.
Es gibt noch einige Partikeln, die rein grammatische Funktionen erfüllen: zu, es, am, aufs, sich.
Zu steht oft beim Infinitiv und stets beim Partizip I in der Konstruktion „das zu lesende Buch“.
Es nimmt als Formwort die Anfangsstellung im Satz ein, wenn der Satz mit dem finiten Verb begonnen werden soll (satzeröffendes es).

Es herrscht ein Verkehr von mittlerer Regsamkeit, ohne viel Lärm und Gedränge, entsprechend dem nicht sehr geschäftigen Charakter der Stadt. (Th. Mann)

Am und aufs dienen zur Bildung des Superlativs von Adjektiven (am) und Adverbien (am, aufs).
Sich erfüllt eine wortbildende Funktion beim Verb.
Die Partikeln stammen von Adverbien und Adjektiven (so, nur, schon, eben, mal, bloß, gerade), von Pronomen (selbst, es, etwa), von Konjunktionen (denn, doch) usw.

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